Von Studienplänen und Schuldenbremsen
Dienstag, 6. April 2010
Am Osterwochenende hat Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler für öffentliche Aufmerksamkeit mit seinem Vorschlag gesorgt, den Numerus clausus für das Medizinstudium abzuschaffen. Das stieß zwar grundsätzlich auf Zustimmung, aber manchem Kommentator war der Vorstoß zu kurz griffen.
Dass der Gesundheitsminister dabei zugleich die großen Unterschiede in der Verteilung der Ärzte zwischen Ballungszentren und ländlichen Regionen kritisierte, ging in der Debatte etwas unter. Dabei liegt darin eine der Hauptursachen dafür, dass in manchen ländlichen Gebieten ein Ärztemangel befürchtet wird. Der derzeitige Stand der offiziellen Bedarfsplanung macht dies deutlich.
Wahrscheinlich aber wird sich der FDP-Minister in Kürze ohnehin wieder mit einem anderen Thema beschäftigen müssen. Sein Kabinettskollege Wolfgang Schäuble erwartet von Rösler einen spürbaren Beitrag zum Schuldenabbau. In der Renten- und in der Arbeitslosenversicherung gebe es kaum Einsparpotenzial, so der Finanzminister im "Handelsblatt". Deshalb setze er auf Röslers Reformerfolge. Eine Erwartung, die den liberalen Koalitionspartner eher aufschreckte als motivierte. Schließlich will die FDP den Einstieg in ein einkommensunabhängiges Prämiensystem mit einen Sozialausgleich aus Steuergeldern.
Geschrieben von Bernhard Hoffmann in Reformtagebuch um 16:37 | Kommentare (0) | Trackbacks (0)


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